340.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das ist jeder dritte Todesfall. Und während wir in Unternehmen über Ergonomie, Bewegungspausen und gesunde Kantinen sprechen, tickt bei vielen Mitarbeitenden eine unsichtbare Zeitbombe.
Das Problem: Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen nicht über Nacht. Sie entwickeln sich schleichend – oft über Jahre hinweg. Stille Entzündungen, verkalkte Arterien, zu hoher Blutdruck. Keine Schmerzen. Keine Warnsignale. Bis es zu spät ist.
Stefan Zipperer
Die unbequeme Wahrheit für HR und BGM-Verantwortliche
Wenn Sie morgen durch Ihr Unternehmen gehen und genau hinsehen, werden Sie drei Dinge bemerken – und alle drei sind Brandbeschleuniger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
Die Belegschaft wird älter
Der demografische Wandel ist keine Prognose mehr – er ist Alltag. Das Durchschnittsalter in deutschen Unternehmen steigt kontinuierlich. Und mit ihm das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Ab 45 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit für Gefäßveränderungen signifikant.
Stress bleibt Dauerzustand
Die aktuelle Stressstudie der Techniker Krankenkasse zeigt: 64% der Deutschen empfinden ihr Leben als stressig. Im Job sind es permanente Erreichbarkeit, Personalmangel, Zeitdruck. Chronischer Stress ist Gift für unser Herz-Kreislauf-System – er erhöht Blutdruck, Blutzucker und Entzündungswerte.
Bewegungsmangel als Pandemie
Homeoffice, Büroarbeit, sitzende Tätigkeiten: Bewegungsmangel ist der neue Risikofaktor Nummer 1. Die WHO spricht inzwischen von einer globalen Pandemie der Inaktivität. Die Folge: geschwächte Venen, träger Stoffwechsel, steigendes Thromboserisiko.
Wir nehmen uns ein Herz – und handeln präventiv
Die gute Nachricht: Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vermeidbar. Wenn wir rechtzeitig hinsehen. Wenn wir Risikofaktoren erkennen. Wenn wir unseren Mitarbeitenden ermöglichen, etwas zu verändern, bevor es kritisch wird.
Genau hier setzen betriebliche Gesundheits-Checks an. Sie sind kein Luxus. Sie sind eine Investition in Gesundheit, Arbeitskraft und Leben.
Und sie funktionieren anders als klassische Vorsorgeuntersuchungen:
- Niederschwellig: Direkt im Unternehmen, ohne Terminsuche beim Arzt
- Schnell: 10-25 Minuten pro Check, in den Arbeitsalltag integrierbar
- Konkret: Sofortige Ergebnisse und individuelle Empfehlungen
- Aktivierend: Menschen erleben ihre Werte – und werden motiviert, aktiv zu werden
Die Checks im Überblick: Von Herz bis Venen
Neu: Der Carotis- / Halsschlagader-Check – Gefäßgesundheit sichtbar machen
Der Carotis-Check ist die konsequente Weiterentwicklung der kardiovaskulären Prävention im Betrieb. Mittels schmerzfreier Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader (Duplexsonographie) werden Ablagerungen, Plaques und Verengungen frühzeitig sichtbar gemacht.
Warum ist das so wichtig?
Die Halsschlagader (Arteria carotis) versorgt das Gehirn mit Blut. Ablagerungen hier erhöhen das Schlaganfall-Risiko massiv – oft ohne dass Betroffene etwas bemerken. Der Carotis-Check schafft Klarheit und gibt eine objektive Grundlage für Präventionsmaßnahmen.
Für wen ist der Check besonders relevant?
- Mitarbeitende ab 45 Jahren mit kardiovaskulären Risikofaktoren
- Frauen ab 50 Jahren (Gefäßgesundheit nach den Wechseljahren)
- Menschen mit familiärer Vorbelastung oder Lebensstilfaktoren (Rauchen, Bewegungsmangel)
Ablauf: 20 Minuten pro Person, mobil im Unternehmen durchführbar. Die Teilnehmenden erhalten direkt im Anschluss eine fachliche Einordnung ihrer Ergebnisse sowie konkrete Empfehlungen für nächste Schritte.
Kombination macht’s wirksam: Der Carotis-Check entfaltet seine Wirkung besonders in Verbindung mit Maßnahmen zu Bewegung, Ernährung und Stressmanagement.
Schlaganfall-Risiko-Check: Der Klassiker mit Wirkung
In Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Erfasst werden Anamnese, Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin – und daraus ein individuelles Risikoprofil.
Die Teilnehmenden erhalten konkrete Hinweise zu beeinflussbaren Risikofaktoren. 15 Minuten, die Leben retten können.
Herz-Kreislauf Quick Check: Orientierung in 12 Minuten
Blutdruck, Blutzucker, Gesamtcholesterin – die drei zentralen Risikomarker auf einen Blick. Perfekt für schnelle Screening-Formate oder als Einstieg in umfassendere BGM-Programme.
Venen-Check: Für alle, die viel sitzen oder stehen
Müde Beine, schwere Beine, Konzentrationsprobleme? Das können Symptome für eine Funktionsstörung des Venensystems sein. Die LRR-Messung (Lichtreflexions-Rheografie) zeigt, wie gut das Blut zurück zum Herzen fließt. Kabellos, schmerzfrei, aussagekräftig.
Gefäß-Check: Der umfassende Gesundheits-Scan
25 Minuten für eine fundierte Einschätzung von Arterien, Venen und Lymphsystem. Liefert Hinweise auf Funktionsstörungen und bildet die Grundlage für gezielte Präventionsempfehlungen.
Wie läuft so ein Check-Tag im Unternehmen ab?
Das Schöne an den Gesundheits-Checks: Sie kommen zu Ihnen. Kein organisatorischer Aufwand für Mitarbeitende, keine Terminsuche, keine Wartezeiten.
Der Ablauf ist denkbar einfach:
- Schritt 1: Angebot prüfen, Budget freigeben – Anzahl Check-Tage festlegen
- Schritt 2: Termine fixieren – passend zu Ihrem Betriebskalender
- Schritt 3: Digitale Buchungsplattform bereitstellen – Link im Intranet teilen, Mitarbeitende buchen eigenständig
- Schritt 4: Check-Tag vor Ort – unser Team reist an, führt die Checks durch, bespricht Ergebnisse direkt
- Schritt 5: Bei Bluttests: Proben gehen ins Partnerlabor, Ergebnisse nach ca. 3 Tagen digital abrufbar
- Schritt 6: Optionales Management Summary – anonymisierte Auswertung für Ihr BGM-Steuerungsteam
Wichtig: Alle Daten bleiben bei den Teilnehmenden. Sie als Arbeitgeber erhalten nur aggregierte, anonymisierte Auswertungen.
Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Wir haben in den letzten Jahren viel über mentale Gesundheit gesprochen. Zu Recht. Aber körperliche Prävention darf nicht hintenanstehen.
Die Kombination macht den Unterschied:
- Stressmanagement UND kardiovaskuläre Vorsorge
- Bewegungsförderung UND Gefäß-Screening
- Ernährungsberatung UND Hormon-Checks
Prävention ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Zeichen von Wertschätzung. Sie sagt: “Wir sehen dich nicht nur als Arbeitskraft – wir sehen dich als Mensch.”
Und sie rechnet sich: Jeder Euro, der in betriebliche Gesundheitsförderung investiert wird, bringt mindestens 2,70 Euro Return on Investment (Quelle: iga-Report). Weniger Ausfallzeiten, höhere Produktivität, geringere Fluktuation.
Fazit: Gesundheit braucht nicht Mut, sondern einfach #Tuwas
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer 1.
Aber sie sind vermeidbar.
Mit Aufmerksamkeit.
Mit Prävention.
Mit Checks, die sichtbar machen, was sonst im Verborgenen bleibt.
Der neue Halsschlagader / Carotis-Check ist dabei ein wichtiger Baustein – besonders für ältere Mitarbeitende und Frauen nach den Wechseljahren. In Kombination mit den bewährten Screening-Formaten entsteht ein ganzheitliches Präventionsangebot, das wirkt.
Nehmen Sie sich ein Herz. Für Ihre Mitarbeitenden. Für Ihr Unternehmen. Für echte Prävention.
3 Key Takeaways
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vermeidbar – wenn wir rechtzeitig hinschauen. Betriebliche Gesundheits-Checks machen Risikofaktoren sichtbar, bevor Symptome auftreten. Besonders der neue Carotis-Check ermöglicht Früherkennung auf höchstem Niveau.
- Prävention rechnet sich messbar – nicht nur menschlich, sondern auch ökonomisch. Jeder investierte Euro in BGM bringt durchschnittlich 2,70 Euro Return (oder deutlich mehr, abhängig vom Rechenmodell). Weniger Ausfallzeiten, gesündere Teams, geringere Fluktuation.
- Niederschwellig ist der Schlüssel – Checks direkt im Unternehmen, ohne Terminsuche beim Arzt, in 10-25 Minuten integrierbar. Das macht den Unterschied zwischen Theorie und echter Teilnahme.
Sie möchten Gesundheits-Checks in Ihrem Unternehmen etablieren?
Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne zu passenden Formaten, Ablauf und individuellen Lösungen für Ihr BGM.
FAQs zu Gesundheitschecks
1. Wie viele Mitarbeitende können pro Tag gescreent werden?
Das hängt vom Check-Format ab. Beim Herz-Kreislauf Quick Check sind bis zu 35 Teilnehmende pro Tag möglich (12 Min./Person), beim umfassenden Carotis-Check 21 Personen (20 Min./Person). Wir planen die optimale Anzahl gemeinsam mit Ihnen – basierend auf Ihrer Belegschaftsgröße und den verfügbaren Zeitfenstern.
2. Was passiert mit den erhobenen Gesundheitsdaten?
Datenschutz hat oberste Priorität. Alle individuellen Messwerte und Ergebnisse bleiben ausschließlich bei den Teilnehmenden. Sie als Arbeitgeber erhalten nur eine anonymisierte, aggregierte Auswertung für strategische BGM-Entscheidungen – ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen.
3. Welche Räumlichkeiten werden für die Checks benötigt?
In der Regel reicht ein ruhiger Besprechungsraum mit Tisch, Stühlen und Stromanschluss. Für Blutentnahmen sollte der Raum gut belüftet sein. Bei mehreren parallelen Checks planen wir entsprechend mehr Räume ein. Die genauen Anforderungen klären wir im Vorfeld individuell.
4. Wie motivieren wir unsere Mitarbeitenden zur Teilnahme?
Erfahrungsgemäß funktioniert die Kombination aus Information und niederschwelligem Zugang am besten: Intranet-Ankündigung, direkte Ansprache durch Führungskräfte, digitales Buchungssystem für selbstbestimmte Terminwahl. Besonders wirksam: Wenn Geschäftsführung oder Betriebsrat mit gutem Beispiel vorangeht.
5. Können die Checks auch mit anderen BGM-Maßnahmen kombiniert werden?
Absolut – und das ist sogar besonders wirkungsvoll! Gesundheits-Checks funktionieren ideal als Auftakt für Gesundheitswochen, in Kombination mit Vorträgen zur Herzgesundheit, Bewegungskursen oder Ernährungsberatung. Die Check-Ergebnisse motivieren Mitarbeitende nachweislich, an weiterführenden Präventionsangeboten teilzunehmen.
Quellen
iga-Report: ROI betrieblicher Gesundheitsförderung
Statistisches Bundesamt: Todesursachenstatistik 2023
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Techniker Krankenkasse: Stressstudie 2024
Transparenz und Qualitätshinweise
Autorenschaft: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von und Claude 4.5 erstellt. Thema, Storyline und Schlussfolgerungen wurden vom Gesundheit Bewegt-Redaktionsteam erstellt.
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Version:
- Erstveröffentlichung: 13.02.2026
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