Was reden wir uns im Betrieblichen Gesundheitsmanagement den Mund fusselig, wenn es um die Veränderung von gesunden Routinen, andere Essgewohnheiten oder Digital Detox geht. Dann kommt die Fastenzeit und Schwupps kommen von den Kolleg/innen von links und rechts die unterschiedlichsten Umsetzungsideen. „Ich trinke keinen Alkohol.“ „Nix Süßes bis Ostern.“ Mal digital detoxen“. Aha, geht doch.
Die Fastenzeit gehört zu den wenigen Zeiträumen im Jahr, in denen bewusster Verzicht gesellschaftlich akzeptiert und positiv konnotiert ist. Genau darin liegt ihr strategisches Potenzial für die Betriebliche Gesundheitsförderung.
Während Veränderungen im Ernährungs-, Bewegungs- oder Medienverhalten im Arbeitsalltag gerne mal auf Widerstände stoßen, zeigt sich in der Fastenzeit eine erhöhte Offenheit, neue Routinen zumindest zeitweise auszuprobieren. Aussagen wie „Ich trinke keinen Alkohol“, „Kein Zucker bis Ostern“ oder „Ich mache Digital Detox“ kommen in dieser Phase nicht aus Gesundheitsprogrammen, sondern aus den Teams selbst.
Aus BGF-Sicht ist das bemerkenswert – und wir sollten das einfach nutzen.
Stefan Zipperer
Studienlage: Fastenzeit trifft auf hohe Bereitschaft zur Veränderung
Eine repräsentative Forsa-Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 67 Prozent der Bevölkerung Fastenziele grundsätzlich als sinnvoll einschätzen. Besonders relevant für Unternehmen ist der Blick auf jüngere Altersgruppen: 76 Prozent der unter 30-Jährigen bewerten bewussten Verzicht nicht als kurzfristige Modeerscheinung, sondern als ernsthaften Beitrag zu einem gesünderen und bewussteren Lebensstil.
Welche Fastenziele gibt es?
Die am häufigsten genannten Fastenziele sind:
- Verzicht auf Alkohol: 77 Prozent
- Verzicht auf Süßigkeiten: 72 Prozent
- Weniger oder kein Fleisch: 54 Prozent
- Rauchstopp: 50 Prozent
- Weniger Fernsehen: 42 Prozent
- Digital Detox (Smartphone, Internet): 26 Prozent
Aus Präventionsgesichtspunkten heraus sind das herausragende Werte. Die Liste zeigt vor allem eines. Wir diskutieren viel über Gesundheitskompetenz, über Mental Health Literacy und Verhaltensänderungen. Offensichtlich haben die meisten Menschen ein ganz gutes Gefühl, was ungesund ist und was sie besser weglassen sollten. Die Entscheidung, auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch zu verzichten, ist eine persönliche Herausforderung; und auch ein Zeichen für den Wunsch nach mehr Gesundheit und einer nachhaltigeren Lebensweise.
Wie können wir diese individuellen Bestrebungen in unsere Arbeitswelt übertragen und ein Umfeld schaffen, das nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Gesundheit fördert?
Fasten und Ernährung:
Was im Körper passiert – und warum das für BGF relevant ist
Bevor wir zu den Umsetzungsideen kommen, hier noch ein genauerer Blick auf “alten Kern” des Fastens, das Weglassen von Nahrung. Da wir durch die Longevity-Forschung einiges dazu gelernt haben, ist Fasten nun auch wissenschaftlich deutlich besser untersucht, als noch vor einigen Jahren.
Fasten wird häufig als reiner Verzicht verstanden. Aus wissenschaftlicher Sicht geht es jedoch um zeitlich begrenztes Essen als gezielten metabolischen Reiz. Studien zeigen, dass Fastenprozesse auf zellulärer Ebene Reparaturmechanismen aktivieren, Entzündungsreaktionen reduzieren und die mentale Leistungsfähigkeit beeinflussen können.
Im Zentrum steht die sogenannte Autophagie. Dabei handelt es sich um einen zelleigenen Aufräumprozess, bei dem beschädigte Proteine und Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden. Autophagie gilt als zentraler Mechanismus für Zellgesundheit, Entzündungskontrolle und metabolische Anpassungsfähigkeit.
Forschungen zeigen, dass Autophagie bereits nach etwa 12 bis 16 Stunden Nahrungspause deutlich zunimmt und zwischen 16 und 24 Stunden ihr Maximum erreicht (Bagherniya et al., 2018, Nutrition & Metabolism). Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Bereits moderate Essenspausen können messbare gesundheitliche Effekte entfalten.
Weitere gut belegte Effekte zeitlich begrenzten Essens sind:
- Reduktion von Entzündungsmarkern wie CRP und IL-6 bei Intervallfasten nach dem 16:8-Prinzip (Faris et al., 2020, Nutrition Reviews)
- Verbesserung der Insulinsensitivität und Blutzuckerregulation bereits nach vier bis fünf Wochen (Anton et al., 2018, Obesity)
- Unterstützung kognitiver Leistungsfähigkeit durch erhöhte Ausschüttung von BDNF, das Lernfähigkeit und Gedächtnis beeinflusst (Mattson et al., 2017, Ageing Research Reviews)
- Erhöhte Stressresistenz auf Zellebene durch adaptive Stoffwechselreaktionen (de Cabo & Mattson, 2019, New England Journal of Medicine)
Aus Sicht der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist entscheidend: Diese Effekte erfordern keine extremen Fastenformen. Für den Arbeitsalltag haben sich Essenspausen von 14 bis 16 Stunden als praktikabel und wissenschaftlich gut belegt erwiesen.
Konkrete Umsetzungsideen & BGF-Maßnahmen für Unternehmen in der Fastenzeit
In der Fastenzeit, bietet sich Unternehmen eine „einfache“ Möglichkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Teams aktiv zu unterstützen. Die BGF kann mit verschiedenen Maßnahmen gesunde Fastenroutinen im Arbeitsalltag fördern. Ansatzpunkte gibt es in den drei Bereichen: Verhaltensprävention, Teamprävention und Verhältnisprävention.
Umsetzungsideen für Unternehmen
BGF-Umsetzungsidee 1: Themenworkshops und Vorträge
In gemeinsamen Workshops können wir die Mitarbeitenden über gesunde Ernährung, die Planetary health diet, den Zuckerkreislauf, die Wirkung von Alkohol auf unsere Gesundheit, Digital Detox Routinen, Meditation und Achtsamkeit informieren.
Die Fastenzeit sorgt für einen offeneren Umgang mit dem Thema und fördert vor allem die Bereitschaft in die Umsetzung zu kommen.
BGF-Umsetzungsidee 2: Gesundheitschallenges – alleine oder gemeinsam stark im Team
Stellt euch vor, wir starten eine Challenge, die uns alle verbindet – sei es der Verzicht auf Süßigkeiten oder die gemeinsame Mittagspause. Challenges stärken nicht nur den Teamgeist, sondern auch die Motivation, gemeinsam gesünder zu leben.
BGM-Erfolgsfaktor Gesundheitschallenges
Nutzen Sie Gesundheitschallenges zur Aktivierung und Einbindung der Mitarbeitenden in Ihr BGF und BGM. Erfahren Sie mehr über Best-Practices, Challenge-Hitlisten und Wirkungstipps.
BGF-Umsetzungsidee 3: Digital Detox-Impulse
In einer Welt, die ständig online ist, werden digitale Auszeiten immer wichtiger. Vereinbaren Sie im Team eine „Handy weg und E-Mail-Auszeit“. Das fördert die Kommunikation untereinander, reduziert den „Always-on“-Stress und verbessert – ganz nebenbei – die persönliche Produktivität durch weniger Ablenkungen.
BGF-Umsetzungsidee 4: Gesundheitschecks
Als Vor-Ort Maßnahmen können Screenings und Checks – wir haben zusammen mit unserem Partner a.l.c. bundesweit 8 wirksame Checks im Angebot – Gesundheit erlebbarer machen. Vor allem ein Vitamin Check oder Stoffwechsel Check können das Bewusstsein für die positive Wirkung der Fastenziele unterstützen.
BGF-Umsetzungsidee 5: Bewusste Pausen für Körper und Geist
Ganz ohne große BGM-Strategie kommt unser Business Yoga-Programm Mind & Move@Work aus. Hier steht eine gezielte Auszeit, einmal pro Woche, im Vordergrund. Als kompakte BGF-Maßnahme kann die Business Yoga LIVE-Classes jederzeit einfach gestartet werden, wirkt niedrigschwellig und unterstützt durch den regelmäßigen Termin das Digital Detox mit Bewegungs-Extra. Interessiert? Dann laden wir Sie zum Testen ein.
BGF-Umsetzungsidee 6: Nachhaltigkeit zum Thema machen
Neben den klassischen Gesundheitsthemen kann auch Nachhaltigkeit in ein Fastenthema “übersetzt” werden. Wie wäre es mit “Komfortzonen-Fasten”, in dem man für den Weg zur Arbeitsstelle eine Zeit lang auf das Auto verzichtet, und (natürlich immer abhängig von den persönlichen Möglichkeiten) auf den ÖPNV oder das Fahrrad umsteigt?
Betriebliche Umsetzung: Fastenzeit strukturiert begleiten mit GB|Work und Tu was
Wer die Fastenzeit nicht dem Zufall überlassen möchte, kann sie gezielt in bestehende oder neue BGF-Strukturen einbinden. Genau hier setzen die Programme von Gesundheit Bewegt an.
Mit der Tu was-Initiative und GB|Work können Unternehmen kostenfrei in ein strukturiertes Gesundheitsjahr starten. Mitarbeitende erhalten regelmäßig Impulse, Challenges und Gesundheitswissen zu Themen wie Ernährung, Fasten, Bewegung, mentale Gesundheit und Regeneration. Die Fastenzeit lässt sich dabei als klarer thematischer Schwerpunkt integrieren, ohne zusätzliche Planung oder externe Kampagnenkosten.
Für Unternehmen, die Gesundheitsmaßnahmen strategisch steuern und evaluieren möchten, bietet GB|Work+ die erweiterte BGM-Version. Sie ergänzt das Gesundheitsjahr um Planungs-, Reporting- und Steuerungsfunktionen, Führungskräfteintegration sowie individuelle Schwerpunktsetzungen.
Der Vorteil aus Unternehmenssicht
Der Einstieg ist niedrigschwellig, die Basisversion kostenfrei und damit budgetneutral möglich. Zusätzliche Module oder Services können bedarfsorientiert ergänzt werden, wenn Wirkung sichtbar wird.
So wird die Fastenzeit vom punktuellen Impuls zum strukturierten Bestandteil betrieblicher Gesundheitsförderung.
Fazit: Fastenzeit strategisch nutzen
Die Fastenzeit ersetzt keine langfristige BGM-Strategie. Sie ist jedoch ein wirksamer Katalysator. Unternehmen, die diese Phase gezielt nutzen, erhöhen die Akzeptanz von Gesundheitsmaßnahmen und schaffen realistische Einstiegspunkte für neue Routinen.
Entscheidend ist der Umgang mit der Fastenzeit: nicht moralisierend, sondern als Experimentierraum für gesundheitsförderndes Verhalten im Arbeitsalltag. Lassen Sie uns diese Zeit nutzen, um gemeinsam zu lernen und uns für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden einzusetzen.
FAQs zu Fastenzeit und BGF
Was ist die Fastenzeit und wie kann sie für das Betriebliche Gesundheitsmanagement genutzt werden?
Die Fastenzeit ist eine Zeitperiode, in der Menschen traditionell auf bestimmte Nahrungsmittel oder Gewohnheiten verzichten. Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement kann die hohe Mitmach-Bereitschaft bei Fastenthemen genutzt werden, um Gesundheitsgewohnheiten im Arbeitsalltag zu verbessern, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern und gesunde Routinen zu etablieren.
Welche konkreten Maßnahmen können im Betrieblichen Gesundheitsmanagement während der Fastenzeit umgesetzt werden?
Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement können während der Fastenzeit verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, wie zum Beispiel Workshops und Vorträge zu gesunder Ernährung, Digital Detox, Meditation und Achtsamkeit. Gesundheitschallenges, bei denen Mitarbeitende gemeinsam gesunde Gewohnheiten etablieren, können ebenfalls durchgeführt werden. Auch das Angebot von Gesundheitschecks und die Förderung von bewussten Pausen für Körper und Geist sind mögliche Maßnahmen.
Welche Vorteile bieten Gesundheitschallenges zur Aktivierung und Einbindung der Mitarbeitenden?
Gesundheitschallenges können genutzt werden, um die Mitarbeiter gezielt zu motivieren und über niedrigschwellige Angebote zu aktivieren. Dabei können gemeinsame Ziele wie der Verzicht auf Süßigkeiten (‚No Sweets-Challenge) oder das ‚Jammerfasten‘ gesetzt werden. Solche Challenges stärken den Teamgeist und die Motivation, gemeinsam gesünder zu leben.
Gibt es bereits vorbereitete Challenges, die im Betrieblichen Gesundheitsmanagement genutzt werden können?
Ja, in digitalen BGF-Programmen wie Gesundheit|bewegt oder Azubifitness gibt es verschiedene vorbereitete Challenges, die im Betrieblichen Gesundheitsmanagement genutzt werden können. Beispiele dafür sind Ernährungschallenges zum Reduzieren des Zuckerkonsums, Digital Detox, dem Verzehr von mehr Gemüse und Obst oder dem 'Jammerfasten'. Unternehmen haben auch die Möglichkeit, eigene Challenges mit individuellen Zielen zu erstellen.
Mentale Gesundheit wird in Unternehmen immer wichtiger. Können auch Themen wie digitale Auszeiten (Digital Detox) im Betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Fastenzeit unterstützt werden?
Die Fastenzeit kann eine Chance bieten, nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Gesundheit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu fördern. Durch Maßnahmen wie Meditation, Achtsamkeit und bewusste Pausen für Körper und Geist kann das Wohlbefinden der Mitarbeiter gesteigert werden.
Digitale Auszeiten können im gezielt gefördert werden, indem beispielsweise im Team vereinbart wird, bestimmte Zeiten ohne Handys und E-Mails zu verbringen. Diese Auszeiten fördern die Kommunikation unter den Mitarbeitern, reduzieren den Stress durch ständige Erreichbarkeit und verbessern die persönliche Produktivität.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement während der Fastenzeit?
Nachhaltigkeit kann im Betrieblichen Gesundheitsmanagement während der Fastenzeit eine wichtige Rolle spielen. Es können beispielsweise Themen wie ‚Komfortzonen-Fasten‘ eingeführt werden, bei dem Mitarbeitende für eine gewisse Zeit auf das Auto verzichten und stattdessen den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzen. Auch Nachhaltigkeitschallenges, wie die "Less plastic-Challenge" in der Azubifitness-App, können in das Betriebliche Gesundheitsmanagement integriert werden.
Quellen
Anton, S. D., et al. (2018). Flipping the metabolic switch: Understanding and applying the health benefits of fasting. Obesity, 26(2), 254-268.
Currenti, W., et al. (2021). Time restricted feeding and mental health: A review of possible mechanisms on affective and cognitive disorders. International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(4), 1764.
de Cabo, R., & Mattson, M. P. (2019). Effects of intermittent fasting on health, aging, and disease. New England Journal of Medicine, 381(26), 2541-2551.
Faris, M. A., et al. (2020). Intermittent fasting during Ramadan attenuates proinflammatory cytokines and immune cells in healthy subjects. Nutrition Research, 70, 7-15.
Mattson, M. P., et al. (2017). Impact of intermittent fasting on health and disease processes. Ageing Research Reviews, 39, 46-58.
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- Erstveröffentlichung: 04.03.2025; Update am 29.01.2026.
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